Tag 10: Der Freunde-Check

Schreibst du schon oder denkst du noch?

Wenn ich Leute frage, warum sie noch keine Emails verschicken, höre ich ganz oft: Ich will nicht nerven. Ich habe Angst, als Spammer gesehen zu werden.

Überleg mal kurz, welche Emails DU als Spam wahrnimmt. Neben den P*verlängerungen sind es sicherlich Emails von Firmen, die
1. dir irrelevante Informationen schicken (Wetten, die haben kein Wunschkunden-Profil erstellt?)
2. in einer Sprache, die unpersönlicher nicht sein könnte.

Geht es schlimmer, als in dieser Email, die Gott sei Dank gleich im Spam gelandet ist:

Sehr geehrter Unternehmer (Die kennen nicht mal meinen Namen, denn ich hab mich nie angemeldet),

im letzten Jahr haben wir Hunderten von deutschen Unternehmen wie Ihrem durch die angebotene Nutzung unserer zielgerichteten Firmendatenbank auf CD dabei geholfen… (Großartig eine Email damit anzufangen, wie geil man ist. Anmaßend zu behaupten, mein Business zu kennen.)

Interessanterweise denken viele meiner Kunden, dass sie in Emails und Blog-Texten besonders formell klingen müssten, um professionell rüberzukommen.

Geht’s dir auch so?

Wenn du wirklich eine gute Beziehung zu deinen Email-Lesern aufbauen willst, musst du deine Leser wie Freunde behandeln.

  • Vergiss steifes Business-Sprech und schreibe deine Emails in der Sprache, mit der du auch Freunde und Bekannte ansprichst.
  • Baue Geschichten aus deinem Leben ein, die deine Aussagen unterstreichen. Geschichten helfen deinen Lesern, deine Aussagen besser zu verstehen und vor allem besser zu erinnern. Und ganz nebenbei lernen deine Leser dich besser kennen.

Denk daran: Es dreht sich um deinen Leser und nicht um dich.

„Wir haben 3 neue Produkte im Sortiment und bereits 100 neue Kunden dafür gewonnen.“ – bedeutet deinem Leser gar nichts. Erzähl stattdessen, wie die neuen Produkte deinem Leser helfen, oder gib deinen Abonnenten einen exklusiven Rabatt, um die neuen Produkte zu testen.

Wenn du deine Leser wie gute Bekannte behandelst und mit der gebührenden Wertschätzung behandelst, wirst du zum Dank treue Leser gewinnen. Wenn du das erreicht hast, hast du ein kaufbereites Publikum, das dir ehrliches Feedback gibt und dich vielfach weiterempfiehlt.

Deine Aufgabe heute

  1. Überprüfe deine gestern geschriebene Email kritisch. Würdest du in diesen Worten mit Freunden sprechen?
  2. Sprichst du nur EINE Person an? Mehrzahl-Formulierungen, wie „ihr alle“ oder „diejenigen unter Ihnen, die…“ willst du sofort löschen. Dein Leser liest deine Email allein und soll das Gefühl haben, dass du nur mit ihm oder ihr sprichst.
  3. Gibt es eine Anekdote aus deinem Leben oder eine Erfahrung, die du in deine Email einbauen kannst?
  4. Fertig? Super! Dann sende dir eine Test-Email und verschick die Email, wenn alles gut aussieht.

Noch ein Wort zur Versandzeit

Hier hilft nur testen. Es gibt Studien, die zeigen, dass zwischen 20 und 24 Uhr und am Wochenende die meisten Emails geöffnet werden. Ich nutze bei Mailchimp die „Optimized Sent Time“-Funktion (kostenpflichtige Funktion). So weiß ich, dass meine Emails am häufigsten entweder um 11 oder um 13 Uhr geöffnet werden, abhängig vom Wochentag.

Frohes Schaffen!
Sandra